Die Konzerte der Lübecker Knabenkantorei

Die Lübecker Knabenkantorei

ist in der Backstein-Kathedrale St. Marien in zahlreichen Gottesdiensten und Konzerten zu erleben. Neben den vier Weihnachtssingen mit tausenden Besuchern aus ganz Deutschland und der Welt gehören die jährlichen Aufführungen der Bach’schen Johannespassion und verschiedener Kantaten von Dieterich Buxtehude zu den musikalischen Höhepunkten. Im Sommer etablierte die Kantorei die Konzertreihe NachtKlänge mit Gregorianischen Chorälen, Orgelmusik und Percussion.

Außerdem studiert Marienkantor Michael D. Müller mit seinem Chor jährlich wechselnde Programme vorwiegend Geistlicher Chormusik ein, mit denen das Ensemble auch seine Konzertreisen durch Deutschland und Europa bestreitet. So reisten die jungen Sänger im Oktober 2011 durch den Rheingau, Franken und die Oberpfalz mit Auftritten u.a. in Wiesbaden, Bayreuth und Regensburg und waren im April 2011 Gast beim „Festival de musique sacrée contemporaine“ in Rouen.

Das Traditionelle Weihnachtssingen

ist zugleich die Geburtstagsfeier der Knabenkantorei, denn mit dem ersten Konzert der Lübecker Kantorei am 21. Dezember 1948 wurde der Chor offiziell aus der Taufe gehoben. In den Jahren des Bestehens der Lübecker Knabenkantorei hat sich dieses Konzertformat zu einer festen Tradition entwickelt und wird vom Publikum mit Begeisterung angenommen. So sind inzwischen vier Konzerttermine notwendig, um dem immer weiter wachsenden Besucherandrang entsprechen zu können.

In diesen mehr als sechzig Jahren konnte sich das Weihnachtssingen einen ganz besonderen Charakter bewahren: Im nur mit Kerzen erleuchteten Kirchenraum von St. Marien schaffen die vorweihnachtlichen Klänge der jungen Knabenstimmen, die eigens für das jeweilige Weihnachtssingen verfassten Geschichten des Petripastors Dr. Bernd Schwarze sowie die stimmungsvollen Orgelüberleitungen eine einzigartige Atmosphäre der Ruhe und Besinnlichkeit, während um die Kirche herum Einkaufstrubel und Weihnachtsmärkte vom nahen Fest künden.

Die Sänger der Lübecker Knabenkantorei singen im Weihnachtssingen von verschiedenen Positionen im Kirchenraum aus, was den Zuhörern immer wieder neue klangliche Eindrücke des Chores und der Kirchenschiffe bietet. Zu Tausenden besuchen Musikfreunde von Nah und Fern in jedem Jahr die Konzerte in der Backsteinbasilika.

Näheres zu den aktuellen Terminen lesen Sie hier.

Die 1724 in Leipzig uraufgeführte Johannespassion

aus der Feder des Thomaskantors Johann Sebastian Bach stellt einen Höhepunkt in der Entwicklung der musikalischen Bearbeitungen der biblischen Passionstexte dar. Schon in der mittelalterlichen Kirche war während der Passionswoche der Vortrag über das Leiden und Sterben Jesu Christi in die Liturgie eingebunden. Um die Bedeutung dessen hervorzuheben, wurde der Text jedoch nicht nur verlesen, sondern man begann im fünften Jahrhundert damit, ihn singend vorzutragen. Dies war natürlich noch weit entfernt von der heute gewohnten Praxis. Denn nur eine Person, in der Regel der Priester, rezitierte die Evangelien-Texte auf einem sogenannten Rezitationston. Erst einige Jahrhunderte später sind Entwicklungen dieser ursprünglichen Praxis so weit gediehen gewesen, dass man den gesungenen, unbegleiteten Vortrag auf wenige Rollen verteilte – meist ein Erzähler und Christus. Und auch die Menschengruppen, wie das Volk oder die Hohenpriester, stellte man als singende Gruppe dar. Heute werden diese Teile zum Einen von Instrumenten getragen, zum Anderen von verschiedenen freien musikalischen Teilen eingerahmt. Arien und Choräle betrachten das Geschehen und bieten Raum, über die Passionsdarstellung nachzudenken.
Außerdem ist der Bestimmungsort für eine Passion, auch wenn sie, wie bei Bach, ausdrücklich für den Gottesdienst bestimmt war, nicht mehr ausschließlich auf den liturgischen Gebrauch begrenzt. Und nicht einmal mehr das kirchliche Gebäude ist für eine Passionsmusik-Aufführung obligatorisch.

Verteilt auf fünf durch ein Orchester begleitete Solisten und einen Chor erklingt immer am Karfreitag im Hochchor der Marienkirche in Lübeck die Johannespassion von Johann Sebastian Bach. Das Konzert beginnt um 19 Uhr. Auch der öffentlichen Generalprobe am Gründonnerstag um 19 Uhr können Interessierte beiwohnen. Aufgrund des begrenzten Platzangebotes im Hochchor empfehlen wir, die Eintrittskarten vorab im Vorverkauf oder online zu erwerben.

NachtKlänge

Auch in diesem Jahr wollen Marienkantor Michael D. Müller und die Männerstimmen der Lübecker Knabenkantorei Musikliebhaber zu später Stunde in die Marienkirche einladen. Bei den beiden NachtKlängen I und II in der Lübecker Marienkirche – jeweils sonnabends, 14. Mai und 17. September 2016, um 22:00 Uhr – werden die Sänger eine Collage aus Gregorianik, Percussion und Orgel in die sommernächtliche Kathedrale zaubern.

Der Chor interpretiert Teile aus dem Ordinarium und dem Proprium. Im Ordinarium finden sich die Gregorianischen Gesänge, die fortlaufend in jedem „gewöhnlichen“ Gottesdienst musiziert werden – hierzu zählen beispielsweise Kyrie und Gloria. Das Proprium wurde und wird je nach Kirchenjahresabschnitt hinzugefügt. Zu den jahrhundertealten Linien kommen bei den Nachtklängen improvisierte Rhythmen und Orgelklänge von Percussionist Peter Kaiser und dem Marienorganisten Johannes Unger hinzu.

Buß- und Bettag

Schon traditionell gehört eine Kantaten-Aufführung zum Musikalischen Gottesdienst am Buß- und Bettag, der in diesem Jahr am Mittwoch, dem 16. November 2016, in St. Marien gefeiert wird. Die Lübecker Knabenkantorei widmet sich seit Jahren besonders der Pflege des Kantatenwerks von Dieterich Buxtehude. Immer wieder standen und stehen die Vokalkompositionen auf dem Probenplan.

Im letzten Jahr brachen wir mit dieser Tradition und führten das Requiem von Gabriel Fauré auf.
Abweichend vom traditionellen Ablauf einer Messe verzichtet Fauré auf eine dramatisierende Darstellung des „Dies irae“. Er beschränkt sich auf die Vertonung von dessen letztem Vers, dem „Pie Jesu“. Dagegen fügte er das „In paradisum“ aus den Exequien hinzu, das traditionell bei der Überführung des Leichnams von der Kirche zum Friedhof erklingt.

Für Konzerte der Lübecker Knabenkantorei können Sie Tickets im Vorverkauf, an der Abendkasse und online über unseren Ticketpartner ReserviX erwerben. Kurzentschlossene Konzertbesucher haben die Möglichkeit, ihr Ticket zu Hause zu drucken.

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